Fotosammlung

Die Wissenschaft selbst trug das ihre dazu bei, Vorstellungen vom Leben und Arbeiten auf dem Land zu verklären. Gerade die historische Volkskunde begegnete noch vor ihrer Neuausrichtung in den 1960/1970er Jahren dem Phänomen Land tendenziell konservierend, indem sie ihrem Wunsch nach der Weltentdeckung und -dokumentation im Nahen v. a. mit der Sammlung, Ausstellung und Publikation von Fotografien und Objekten nachkam. Ein historischer Beleg dieser volkskundlichen Sichtweise ist die Fotosammlung im Österreichischen Museum für Volkskunde. Diese Fotosammlung ist mit ihrem umfassenden Bestand von rund 108.000 Abzügen, 52.000 Negativen, 27.000 Dias und 16.700 Postkarten, der sich chronologisch über zwei Jahrhunderte und topographisch über das gesamte ehemalige Habsburgerreich und darüber hinaus streckt, eine einzigartige Quelle, um Bilder vom Land und deren soziale Bedeutungsproduktion zu untersuchen.